Eichhase (Polyporus umbellatus)

Der Polyporus wächst in dichten Büscheln von Juni bis Oktober auf dem Boden von Eichen- und Buchenwäldern. Oft enthält ein Büschel mehr als 100 Fruchtkörper und kann bis zu 20 kg schwer werden. Auch in europäischen Wäldern ist er - als Eichhase - zu finden, allerdings nicht sehr häufig. Hauptsächlich kommt der Pilz in Asien vor. Es ist das unterirdische Sklerotikum (Pilzorgan, das die Überdauerung bei schlechten Umweltbedingungen sichert), welches für medizinische Zwecke verwendet wird.
Anwendungsgebiete:
Eine Pilztherapie mit dem Polyporus hat sich als wirksam erwiesen bei
- Entwässerung (ohne Kaliumausscheidung), Ödemen
- Blutfettsenkung
- Blutdruckregulierung, beeinflusst positiv den diastolischen Blutdruckwert (zweiter Wert)
- Verbesserung der Hautstruktur
- Immunsystemstimulierung, Infektionen
- Krebs (Lunge, Leber, Prostata, Leukämie)
- Herzstärkung
- Sarkomen
- Übergewicht
- Hämorrhoiden
Inhaltsstoffe und medizinische Wirkung
Im Eichhasen sind Ergosterin, die Alphahydroxytetracosansäure, Biotin (ein B-Vitamin) sowie Polysaccharide und Polypeptide gefunden worden. Er ist reich an Ballast- und Mineralstoffen. Im Mineralstoffanteil wurden beachtliche Mengen an Kalzium, Kalium, Eisen und den Spurenelementen Mangan, Kupfer und Zink gefunden. Mangan wird benötigt für die Steuerung des Wachstums, für die Funktion vieler Enzyme, der Nerven und für gesunde Knochen. Kupfer ist für die Bildung roter Blutkörperchen, für das Wirken zahlreicher Enzyme und für das Wachstum von Knochen zuständig. Eine ausreichende Zinkversorgung bewirkt die Freisetzung von Insulin.
Der Eichhase wirkt stark Harn treibend und deshalb ist sein Hauptanwendungsgebiet die Entwässerung. In der traditionellen chinesischen Medizin wird weiterhin erwähnt, dass der Eichhase die Struktur der Haut verbessert, das Muskelgewebe auflockert, die Poren der Schweißdrüsen öffnet und das Wasserlassen während der Schwangerschaft erleichtert. Auch bei Ödemen, Durchfall und Gelbsucht schafft er Abhilfe. Tests der modernen Medizin bestätigen die Erfahrungen aus dem alten China.
Die Aus¬scheidung von Wasser, Natrium- und Chloridionen ist bei der Verabreichung von Polyporus erhöht. Die Effekte sind so stark wie bei Medikamenten (z.B. Ethacrinsäure). Der entscheidende Unterschied dabei ist jedoch der, dass bei Medikamenten immer auch eine erhöhte Kaliumausscheidung zu verzeichnen ist - ein Nachteil, da Kalium wichtige Funktionen im Organismus wahrnimmt.
Von Extrakten des Pilzes sind auch Tumor hemmende Wirkungen bekannt. Sie werden auf eine Störung der DNS der Tumorzellen zurückgeführt. Eine die Heilung fördernde Wirkung wurde in Studien an Patienten mit Leukämie oder mit Lungenkrebs nachgewiesen. Des Weiteren lindert eine Behandlung mit dem Polyporus die Nebenwirkungen einer Chemotherapie bei Tumorpatienten.
